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1.FC Wunstorf ist alter und neuer Ü 32-Meister 🏆

Artikel vom 10. Mai 2026

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    Wunstorf jubelt, Holzhausen hadert, Lüneburger Teams schreiben Geschichte: die 27. Auflage um die niedersächsische Altherrenmeisterschaft, die als Krombacher Ü 32-Meisterschaft ausgetragen wird, schrieb viele Schlagzeilen.

    Der 1. FC Wunstorf ist alter und neuer niedersächsischer Altherrenmeister Ü 32. Im Barsinghäuser Endrundenturnier verteidigten die Rot-Schwarzen aus der Region Hannover ihren im Vorjahr errungenen Titel und sicherten damit zum zweiten Mal in Folge die Krombacher Meisterschaft in dieser Altersklasse. Im Endspiel gegen Blau-Weiß Lohne erzielte Mohamad Saade mit einem sehenswerten Distanzschuss das goldene Tor.

    „Es war ein sehr anstrengendes und intensives Turnier für uns. Im letzten Jahr hatten wir es ein bisschen einfacher, weil uns damals als Neuling keiner kannte““, sagte Wunstorfs Spielertrainer Robin Ullmann bei der abendlichen Players Night in der Karl-Laue-Halle.

    16 Mannschaften hatten sich für die finale Entscheidung im August-Wenzel-Stadion qualifiziert. Darunter mit dem FC 47 Leschede (NFV-Kreis Emsland), der SG Landwürden/Büttel-Neuenlande/Stotel (Cuxhaven), dem SSV Nörten-Hardenberg (Northeim-Einbeck), dem BSV Holzhausen (Osnabrück) und dem 1. FC Sarstedt (Hildesheim-Holzminden) gleich fünf Endrundendebütanten.

    Der 1. FC Wunstorf startete mit einem 1:1-Remis gegen den TSV Gellersen (NFV-Kreis Heide-Wendland) in die Gruppenphase, ehe der BSV Bingum (NFV-Kreis Ostfriesland) mit 2:0 und der BSV Holzhausen mit 2:1 bezwungen wurde. Im Viertelfinale bot der 1. FC Sarstedt lange Zeit Paroli und schien Wunstorf ins Elfmeterschießen zu zwingen. Doch mit der allerletzten Aktion der Partie – Sebastian Schirrmacher verwerte eine von links getretene Ecke von Robin Ullmann – gewann der Titelverteidiger mit 2:1.

    Im Halbfinale wartete mit der SG Landwürden/Büttel-Neuenlande/Stotel eine der Überraschungsmannschaften des Turniers. Die Spielgemeinschaft aus dem NFV-Kreis Cuxhaven hatte die Gruppe C mit einer Bilanz von zwei Siegen (1:0 TSV Mühlenfeld, 2:0 SSV Vorsfelde) und einem Remis (0:0 gegen Leschede) gewonnen und im Viertelfinale den TSV Pattensen mit 3:1 vom Elfmeterpunkt besiegt.

    Gegen Wunstorf war die SG zumeist in der Defensive und geriet durch Saade in Rückstand – wieder bereitete Linksfuß Ullmann den Kopfballtreffer eines Mitspielers mit einer Ecke von links vor. Landwürden wehrte sich, kam aber in der Offensive bis auf eine Ausnahme nicht zwingend zum Abschluss. Die eine Ausnahme hatte es aber in sich: Mit dem rechten Außenrist schlenzte Hendrik Lütjen von der linken Seite den Ball wunderschön an die Unterkante der Latte. Ob die Kugel von dort auf, hinter oder vor die Linie tropfte, war nicht klar erkennbar und sorgte auch auf der abendlichen Players Night noch für viel Gesprächsstoff. Schiedsrichter und Assistent entschieden im Spiel auf „Kein Tor“.

    Landwürden kämpfte weiter, ging aber nach einem von Saade erfolgreich abgeschlossenen Konter endgültig K.o. Mit 0:2 aus Sicht des unterlegenen Teams ging auch das zweite Halbfinale aus. Ein Eigentor des TSV Gellersen brachte Blau-Weiß Lohne in Front, ehe Paul Kosenkow noch vor dem Seitenwechsel vorentscheidend traf.

    Mit ihrem Halbfinaleinzug schrieben die SG Landwürden und der TSV Gellersen Geschichte: Denn es war das erste Mal seit 2002, das aus dem NFV-Bezirk Lüneburg gleich zwei Mannschaften eine Platzierung unter den besten Vier erreichten. 24 Jahre zuvor schafften dies Eintracht Lüneburg und der TuS Güldenstern Stade. In der Geschichte der seit 1998 offiziell ausgetragenen niedersächsischen Altherrenmeisterschaft waren es zumeist Teams aus den drei anderen NFV-Bezirken Braunschweig, Hannover und Weser-Ems, die die vorderen Plätze belegten.

    Das von Daniel Ballin geleitete Endspiel, das wie alle Partien dieser Endrunde über 2x15 Minuten ausgetragen wurde, stand bei beiden Teams ganz im Zeichen des zuvor erlittenen Kräfteverschleißes. Wunstorf und Lohne tasteten sich gegenseitig ab, die Risikovermeidung hatte oberste Priorität. Nennenswerte Torannäherungen gab es in der ersten Hälfte keine. Nach dem Wechsel traute sich Wunstorf ein bisschen mehr zu und kam zu zwei Abschlüssen, die aber leichte Beute für BW-Keeper Christoph Bollmann wurden. Die Entscheidung fiel in der 21. Minute: Aus gut 25 Metern fasste sich Mohamad Saase ein Herz und versenkte den Ball mit links unhaltbar ins rechte Eck. Danach passierte nicht mehr viel, die Partie trudelte aus, ehe Wunstorf die Arme hochreißen durfte.

    Als Finalist ist Lohne aber ebenfalls für die Norddeutsche Meisterschaft qualifiziert, die am 20. Juni in Nordhorn stattfindet.

    Alle Begegnungen waren mit Unparteiischen besetzt, die im Herrenbereich in der Bezirks- und Landesliga pfeifen. Insgesamt waren unter der Leitung von Manuel Heß acht Schiedsrichter und 16 Assistenten im Einsatz.

    Auf der abendlichen Players-Night wurde jede Mannschaft geehrt. Die SG Salder/Lichtenberg, Altherren-Niedersachsenmeister des Jahres 2024 und der MTV Eintracht Celle fehlten entschuldigt. Ebenfalls nicht anwesend war der BSV Holzhausen, der sich durch einen Wechselfehler um eine gelungene Endrundenpremiere brachte. Nachdem der Osnabrücker Stadtteilverein sein Auftaktspiel gegen Bingum mit 1:0 gewonnen hatte, entschied er auch die nächste Partie gegen Gellersen mit demselben Ergebnis für sich – der Viertelfinalzug war vermeintlich perfekt. Doch unmittelbar vor dem Abpfiff hatte Holzhausen noch den sechsten verschiedenen Auswechselspieler gebracht – erlaubt sind aber nur fünf. Deshalb wurde die Partie gemäß der Ausschreibung mit 5:0 für Gellersen gewertet.

    Damit war klar, dass nur ein Sieg in der abschließenden Partie gegen Wunstorf das Weiterkommen ermöglicht. Doch der alte und neue Champion erwies sich als zu stark und gewann 2:1.

    Als fairste Mannschaft wurde auf der Players Night Blau-Weiß Lohne geehrt. Erfolgreichster Torschütze war der Wunstorfer Mohamad Saade mit fünf Treffern. Zum besten Torwart des Turniers wählen die Trainer Yannick Becker von der SG Landwürden. Im Elfmeterschießen um Platz 3 hatte er gegen Gellersen zwei Schüsse gehalten und selbst getroffen – nützte aber nichts, da sein Team letzten Endes mit 5:6 das Nachsehen hatte.

    Quelle: NFV